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Freiwillig Erfahrungen sammeln

Mario Hamborg (20) ist der neue Mitarbeiter im Bundesfreiwilligendienst (BFD) beim Sozialdienst katholische Frauen (SkF) Gießen e.V. Als Helfer im Sprachheilzentrum am Wartweg möchte der junge Mann vor allem „Erfahrungen sammeln, um zu reifen“.

„Wenn ich nach der Schule sofort angefangen hätte zu studieren, hätte ich ja wieder vor Büchern gesessen“, sagt Mario Hamborg. Nun ist er erstmal täglich von 7:00 bis 15:30 Uhr mit Hol- und Bringediensten beschäftigt, entsorgt den Müll, fegt das Laub oder hilft seinen beiden vorgesetzten Hausmeistern zum Beispiel bei Reparaturarbeiten. „Ich mache, alles was anfällt.“

Der Abiturient möchte nächstes Jahr gerne Design studieren. „Aber so lange ich den BFD mache, kann ich mich immer noch anders entscheiden.“ Deshalb wolle er nicht ausschließen, dass er Erfahrungen macht, die ihm eine neue berufliche Richtung geben. „Wenn sich etwas anderes ergibt, sollte man das nicht links liegen lassen“, so der BFD’ler selbstbewusst.

Der SkF stellt zwei Plätze für den BFD in seinem Sprachheilzentrum zur Verfügung, die alle möglichen Tätigkeiten rund um das Haus übernehmen. „Wir freuen uns über jeden, der sich bei uns bewirbt und seine Arbeitskraft einbringen möchte“, sagt Geschäftsführerin Yvonne Fritz. Nicht zuletzt seien die Freiwilligen für die Atmosphäre im Haus wichtig. „Sie bringen unseren Kindern ein Mehr an Zeit und Menschlichkeit in ihren Alltag.“ Auch könnten die Freiwilligen ihre persönlichen Fähigkeiten und Interessen einbringen. Mario Hamborg etwa wolle mit den Kindern zusammen malen.


SkF e. V. Gießen baut neues Sprachheilzentrum und Agnes-Neuhaus-Schule

Ein halbes Jahr nach dem „ersten Spatenstich“ konnte der SkF Gießen im August den Abschluss des Rohbaus feiern. In den beiden dreigeschossigen Neubauten mit einer Grundfläche von 800 Quadratmetern und insgesamt 4800 Quadratmetern Nutzfläche am Stadtrand von Gießen werden im Sommer 2012 das Sprachheilzentrum und die Agnes-Neuhaus-Schule für Kinder mit Entwicklungsbeeinträchtigungen einziehen.

„Zuerst war da die Notwendigkeit, dann war da der Wunsch, dann kam die Planung und jetzt die Realisierung“, erklärte die Vorsitzende des SkF Gießen, Maria Graubert-Bellinger, beim Richtfest. Die mit sieben Millionen Euro veranschlagten Neubauten seien notwendig geworden, weil der Platz in den bisher genutzten Räumen am Wartweg nicht mehr ausreiche und die Brandschutzauflagen nicht mehr erfüllt würden. Daher wurde 2005 die Entscheidung gefällt, ein neues Gebäude zu errichten. 2007 wurde das knapp 6000 Quadratmeter große an der Adolph-Kolping-Straße von der Stadt gekauft und 2010 waren die Planungen und das Finanzierungskonzept abgeschlossen.

Für den Sommer 2012 ist der Einzug in die neuen Räumlichkeiten geplant. Die Gebäude am Wartweg sollen dann umgestaltet und einer neuen Nutzung zugeführt werden.

Quelle: Frau Czernek


Jahresbericht 2010

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"Es gibt keine hoffnungslosen Fälle"
Die Gründungsidee von Agnes Neuhaus, dass es Armuts- und Notsituationen gibt, von denen Frauen besonders betroffen sind, ist auch heute noch aktuell.

Die Aufgabe des SkF ist es daher, dem Gründungskonzept entsprechend insbesonders Frauen, Kindern und Jugendlichen, aber auch generell Familien in Armut und Not zu helfen, unabhängig von ihrer Religion und Nationalität.